ERWÄHLUNG - Gottes Handeln an Seinen Heiligen

Eva Wagensommerer OCDS am 08. Oktober 2018
ERWÄHLUNG - Gottes Handeln an Seinen Heiligen

Fortbildungstage 4.-6. Oktober in Linz

 

ERWÄHLUNG – Gottes Handeln an seinen Heiligen

Zu diesem Thema konnte P. Alexander einen Mitbruder gewinnen: P. Lukasz Strzyz-Steinert OCD. Er ist derzeit Dozent für Fundamentaltheologie am Teresianum in Rom. Mit Umsicht und Ruhe führte P.Lukasz uns im Seminarraum des Linzer Karmelzentrums durch die Tage.

Hier einige Gedanken aus der Fülle von Anregungen:

Zum Menschsein gehört Erwähltsein. Die Bejahung Gottes ist Fundament für unser Leben. Hat dies eine Auswirkung auf unsere Art zu leben?

Erwählung ist ein durchgehendes biblisches Thema. Im allgemeinen Sprachgebrauch gilt es als „hochexplosives“ Wort, das viele Fragen aufwirft:

- Ist Erwählung des Einzelnen, Erwählung einer Gruppe nicht Verwerfung des/der anderen?

- Wie ist es, wenn ich mit meinem Leben nicht zufrieden bin, mit dem, was mir gegeben wurde und andere beneide, die aus meiner Sicht eine „bessere“ Erwählung haben?

- Kann ich mich freuen über die einzigartige Erwählung meiner Mitmenschen?

Es ist ein ganz wichtiger Prozess, gerade auch in Gemeinschaften, die Erwählung der anderen nicht als Bedrohung zu sehen, sondern als Bereicherung!

Erwählung ist ein Ruf, der Antwort erfordert.

Gott hat mich erschaffen, dass ich ihm auf eine besondere Weise diene. Er hat ein bestimmtes Werk mir übertragen und keinem andern. Ich habe meine Aufgabe[…]      irgendwie bin ich zur Ausführung seiner Pläne nötig; ich bin an meinem Platz so nötig wie ein Erzengel am seinigen. (Sel.Kard.John Henry Newman: Ich bin berufen)

Anhand von Beispielen aus der Selbstbiographie der Therese von Lisieux, zeigte P. Lukasz auf, wie Gottes Handeln konkrete Wirkungen im Leben eines Menschen hervorrufen kann. Das ist immer eine Einladung, auf das Handeln Gottes in unserem Leben zu schauen – beim Austausch in Kleingruppen gab es dabei alte und neue Entdeckungen.

Es gibt die Berufung zu einer bestimmten Lebensform (für einen bestimmten Stand), doch gilt es dabei, nicht den „Ruf im Jetzt“ zu übersehen: ich werde heute berufen! Das ist Geschenk und Herausforderung zugleich.

Romano Guardini schreibt: Wille Gottes ist das, was Gott von den Menschen fordert. Von den Menschen – nein: von mir…..dieser Wille ist in mir nicht fertig geprägt, sondern etwas, was beständig neu wird und fordert.

Das ist sozusagen das Geheimnis der Erwählung: Gott hat sich für uns entschieden, für alles, was in uns ist – jetzt!

Es gilt Phasen durchzuhalten, in denen keine Antworten auf Fragen in Sicht sind. Hier geht es oft um die Entscheidung zu vertrauen, auch wenn ich nichts verstehe. Das kann gelingen im Blick auf das Fundament, auf die grundlegende Erwählung Gottes und im Blick darauf, was Gott in meinem Leben schon gewirkt hat, auf Sein Handeln.

 

An den Abenden stand „Multimedia“ auf dem Programm. Das Ehepaar Wintersteiner zeigte uns ihre Präsentationen zu:

„La Santa“ – Teresa de Jesùs und ihre Gründungen sowie über

Leben und Wirken des Sel. P. Marie-Eugène vom Kinde Jesus

Beispiele von Menschen, die ihre Erwählung gelebt und kräftige Spuren im Leben anderer hinterlassen haben!

 

Auch die Fotos hat Fritz Wintersteiner zur Verfügung gestellt – herzlichen Dank dafür!